FAMILIENRECHT

Familienrecht

ANERKENNUNG – VOLLSTRECKUNG

Damit Urteile in der Türkei vollstreckt werden können, die in Zivilprozessen durch ein ausländisches Gericht verkündet und gemäß den Gesetzen dieses Landes rechtskräftig wurden, muss das zuständige türkische Gericht ein Vollstreckungsurteil verkünden. Ein Vollstreckungsurteil kann auch für die durch das ausländische Gericht über die persönlichen Rechte einer Person verkündeten Urteile beantragt werden.

Eine Anerkennungs- und Vollstreckungsklage

Hier wird die Urschrift des rechtskräftigen Scheidungsurteils des ausländischen Gerichts benötigt. Eine Apostille müssen durch einen vereidigten Dolmetscher ins türkische übersetzt werden. Die Übersetzung muss danach durch das jeweilige Konsulat bzw. durch einen Notar bestätigt werden.

SCHEIDUNG

Die einvernehmliche Scheidung

Wenn Ehegatten – mit der Voraussetzung, dass sie mindestens 1 Jahr verheiratet sind – zusammen einen Scheidungsantrag stellen bzw. ein Ehegatte den Antrag des Anderen anerkennt, so gilt, dass die Ehegemeinschaft im Fundament zerrüttet ist. In diesem Fall kommt es hinsichtlich der finanziellen Folgen sowie der rechtlichen Situation der Kinder zu einer gütlichen Beilegung (Protokoll) zwischen den Parteien.

Die streitige Scheidung

Wenn sich die Parteien hinsichtlich der Scheidung bzw. den finanziellen Folgen nicht einigen können oder wenn es sich um eine Ehe handelt, die kürzer als 1 Jahr gedauert hat, spricht man von einer streitigen Scheidung. Parteien müssen ihre Behauptungen beweisen.

GÜTERVERTEILUNG

Persönliche Güter

-Ein Gegenstand, welches nur zur persönlichen Verwendung eines Ehegatten bestimmt ist,

-Vermögensgüter, die zu Beginn des Güterrechts einem Ehegatten gehörten oder die ein Ehegatte später geerbt hat bzw. auf eine andere Art und Weise geschenkt bekommen hat,

-Schmerzensgeldforderungen,

-Güter, die als persönliche Gegenstände zu bewerten sind

Erworbene Güter

-Durch Arbeit erworbene Güter,

-Zahlungen der Sozialsicherheits- oder der Sozialfürsorgeanstalt bzw. der Arbeiterfürsorgekassen u. ä.,

-Invaliditätsabfindungen,

-Einkommen aus persönlichen Gütern,

-Werte, die anstelle von erworbenen Gütern benutzt werden

ELTERLICHE SORGE

DAS RECHT ZUR PERSÖNLICHEN BEZIEHUNG UND ZUR ELTERLICHEN SORGE VON GEMEINSAMEN KINDERN IM FALL EINER TRENNUNG UND SCHEIDUNG

Minderjährige Kinder unterliegen der elterlichen Sorge. Ohne einen gesetzlichen Grund kann man die elterliche Sorge einer Mutter und einem Vater nicht entziehen. Im Fall einer Trennung oder einer Scheidung kann ein Richter die Mutter oder den Vater mit der elterlichen Sorge beauftragen.

UNTERHALT

Armutsunterhalt

Ein Unterhalt, den das Gericht bei einer Scheidung für die an Armut leidende Partei festlegt. Um einen Armutsunterhalt erhalten zu können, darf der jeweilige Ehegatte die Scheidung nicht verschuldet haben bzw. nur eine geringfügige Schuld an der Scheidung tragen.

Regelunterhalt

Der Richter verkündet die Zahlung eines Regelunterhalts an die Partei, die die elterliche Sorge der gemeinsamen Kinder hat. Der Unterhalt ist für die Ausbildung, Gesundheit und Fürsorge der gemeinsamen Kinder bestimmt.

Vorläufiger Unterhalt

Ein Trennungsunterhalt kann in einer Scheidungsklage, aber auch in einer gesonderten Klage beantragt werden. Dieser vorläufige Unterhalt wird bis zur rechtskräftigen Beendigung des Scheidungsverfahrens bezahlt.