erbrecht

kanzlei kuscu

ERBTEILUNG

Die gesetzliche Teilung einer Erbschaft zwischen den Erben.

Unter Vorbehalt der gesetzlichen Ausnahmen erhalten die Erben direkt die Sachgüter, Forderungen, sonstige Vermögensrechte, den Besitz an beweglichen und unbeweglichen Gütern des Erblassers und haften auch persönlich für dessen Schulden.

TESTAMENT

Das Ausfertigen eines Testaments und deren Vollstreckung

Personen können in einem Testament bestimmen, wer sie beerben soll.

Zur Ausfertigung eines Testaments, muss der Testamentserrichter geschäftsfähig und älter als fünfzehn Jahre alt sein.

Ein Erblasser der als Erben Abkömmlinge, eine Mutter und/oder einen Vater, Geschwister oder einen Ehegatten hat, kann über den Teil außer der Pflichtanteile seiner Erbschaft verfügen. Wenn er keine der angegebenen Erben hat, so kann er über seine gesamte Erbschaft verfügen.

Die Annullierung eines Testaments

Erben, deren Rechte durch das Testament des Erblassers geschädigt wurden, oder Erben, zugunsten derer ein Testament ausgefertigt wurde, können eine Klage zur Annullierung des Testaments einlegen.

Wenn ein Testament ohne Verfügungsrecht des Erblassers, durch Täuschung, Betrug, Bedrohung oder Gewaltausübung ausgefertigt wurde oder wenn der Inhalt, die angewiesenen Voraussetzungen oder Belastungen illegal oder unsittlich sind oder wenn das Testament entgegen der in den Gesetzen vorgesehenen Methoden ausgefertigt wurde, so kann man auch in diesen Fällen eine Annullierung des Testaments beantragen.

MINDERUNG

Erben, die ihre Pflichtanteile nicht erhalten können, können eine Klage zur Minderung des Erbschaftsteils einlegen, welche die verfügbare Menge des Erblassers überschreitet.

Gewinne durch vom Tod abhängige Verfügungen, die den verfügbaren Anteil an der Erbschaft überschreiten, können im Verhältnis zu dem die Pflichtanteile der anteilsbesitzende Erben überschreitenden Teil gemindert werden.

Wenn ein Erbe, dessen Pflichtanteil durch die Überschreitung des verfügbaren Anteils durch den Erblasser geschädigt wurde, eine Insolvenz über sein Vermögen anmeldet und trotz der Mahnung von Gläubigern, die am Tag der Insolvenzanmeldung oder der Erbschaftsübertragung über eine Bescheinigung zur Zahlungsunfähigkeit eingereicht verfügen, keine Minderungsklage eingelegt hat, so können das Insolvenzgericht oder die Gläubiger innerhalb der dem Erben erteilten Frist eine Minderungsklage erheben, um ihre Forderungen quotenmäßig erhalten zu können.

ABLEHNUNG EINER ERBSCHAFT

Wenn der Nachlass überschuldet ist, können die Erben die Erbschaft ausschlagen, um für diese Schulden des Erblassers nicht haften zu müssen.

Ferner gilt eine Erbschaft als ausgeschlagen, wenn der Erblasser am Tag seines Todes zahlungsunfähig und/oder überschuldet war und dieses amtlich festgestellt wurde.